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Backgammon und Poker

Sowohl Backgammon als auch Poker sind spannende, dramatische Spiele. Sie haben viel gemeinsam, und so ist es nicht verwunderlich, dass viele hervorragende Pokerspieler auch Meister des Backgammon sind. Gus Hansen, Dan Harrigton, Erik Seidel, Phil „The Unabomer“ Laak, Tom McEvoy und Bob Ciaffone sind nur einige der bekannten Pokerspieler mit einer Schwäche für Backgammon. Es gab sogar eine World Poker Tour, bei der an der letzten Runde Backgammonspieler wie Abe Mosseri und Tino Lechich teilnahmen. In diesem Artikel betrachten wir einige gemeinsame Merkmale von Poker und Backgammon und die wichtigsten Unterschiede.


Bei beiden Spielen wird häufig gefragt, ob es sich um Glücks- oder Geschicklichkeitsspiele handelt. Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst den Begriff „Glück“ definieren. Glück ist die Möglichkeit, dass entgegen aller Wahrscheinlichkeit etwas Positives geschieht. Anders ausgedrückt: Je genauer Sie den Spielverlauf vorhersagen können, desto weniger Glück brauchen Sie.


Heute wissen wir, dass Poker und Backgammon auf dem spielerischen Können beruhen. Poker- und Backgammonspieler verwenden häufig den Begriff „Schätzwert“. Damit meinen sie: „Gibt es für diesen Zug negative oder positive Prognosen?“ Wenn wir diesen Begriff in einem Poker- oder Backgammonspiel praktisch umsetzen, fragen wir: „Lohnt es sich, dieses Risiko einzugehen?“


Bei jedem Spiel kann ein Spieler Parameter analysieren und Situationen erkennen und mit Hilfe dieser Informationen die Grundfrage besser beantworten. Es gibt noch zwei weitere, 1936 von Raymond Cattell vorgeschlagene Fachbegriffe, die uns ein besseres Verständnis dieses Themas vermitteln: flüssige und verfestigte Intelligenz. Die verfestigte Intelligenz ist die Fähigkeit, durch den Vergleich mit ähnlichen Situationen, die man bereits häufig erlebt hat, die richtige Entscheidung zu treffen. Die flüssige Intelligenz ist hingegen die Fähigkeit, aufgrund der genauen Situationsanalyse die richtige Entscheidung zu treffen. Ursprünglich bezogen sich diese Definitonen auf Poker, doch sie treffen auch auf Backgammon zu. Wenn Sie diese Begriffe interpretieren, werden Sie feststellen, dass Sie für Poker zwei Arten von Intelligenz benötigen. Die verfestigte Intelligenz erfordert Erfahrung; auf diese Intelligenz können Sie also zurückgreifen, wenn Sie über 40 sind. Wie nutzen Sie diese Intelligenz? Sie müssen mit den Spielregeln vertraut sein und brauchen eine Menge Erfahrung. Dadurch können Sie zahlreiche Situationen wiedererkennen und die richtige Entscheidung treffen. Ebenso wie beim Poker gilt auch beim Backgammon: Je mehr Sie spielen, desto mehr verfeinern Sie Ihre Taktik und Strategie und desto erfolgreicher werden Sie.


Im Gegensatz zu vielen Glücksspielen wie etwa Spielautomaten, Bingo, Roulette und Lotto spielt Ihr Wissen bei Poker und Backgammon eine wichtige Rolle. Poker und Backgammon werden zwar um echtes Geld gespielt, sind aber dennoch Spiele, bei denen Sie Wissen erwerben und Ihre Fähigkeiten verbessern können. Wie verbessern Sie Ihr Können? Jedes Spiel erfordert eine andere Taktik. Beim Poker spielen Sie mit mehreren Partnern, und es ist wichtig, dass Sie die Psychologie dieser Partner verstehen. Umgekehrt studieren natürlich auch Ihre Partner Sie und Ihr Verhalten. Beim Backgammon spielen Sie nur mit einem Partner, und Sie müssen sich mit der Strategie dieses Partners vertraut machen. Ihre eigene Strategie wählen Sie anhand der Züge Ihres Gegners aus. Das bringt uns zu einer weiteren Schlussfolgerung: Bei beiden Spielen ist es enorm wichtig, feste Muster zu vermeiden. Wenn Sie immer nach demselben Muster spielen, kennt Ihr Partner Ihre Taktik bald und kann die oben genannte Frage nach dem Schätzwert beantworten.


Häufig werden Spiele um Geld mit Glücksspielen gleichgesetzt. Poker und Backgammon werden um Geld gespielt, aber der Einsatz hat keinen Einfluss auf den Ausgang des Spiels. Dennoch spielt der Faktor Glück natürlich eine wichtige Rolle: Die Möglichkeit, echtes Geld zu gewinnen oder zu verlieren, sorgt für Spannung – nicht nur für Gewinne


Trotzdem müssen Sie bei beiden Spielen genau darauf achten, wie hoch Ihr Einsatz ist. Das Risiko, das Sie einzugehen bereit sind, muss Ihrem Einsatz entsprechen. Wenn Ihr Partner den Einsatz erhöht, ohne (beim Poker) Karten zu tauschen oder (beim Backgammon) zu verdoppeln, müssen Sie verstehen, was dies bei Ihrem Einsatz bedeutet – denn es ist einer der wesentlichen Parameter des Spiels.


Poker und Backgammon werden gerne in Turnieren gespielt, da die Spannung bei dieser Art des Spiels besonders groß ist. Das ganze Jahr über finden im Internet und rund um den Globus Turniere statt, und einmal im Jahr werden große Poker- und Backgammonturniere veranstaltet.


Wir könnten noch zahlreiche weitere Gemeinsamkeiten der beiden Spiele aufführen, sollten aber nicht vergessen, dass es sich eben doch um zwei verschiedene Spiele handelt. Worin bestehen also die Unterschiede? Es handelt sich um grundverschiedene Spielarten: Poker ist ein Kartenspiel, Backgammon ein Brettspiel. Beim Poker kennt kein Spieler das Blatt der Gegner, während die Spielsteine beim Backgammon offen auf dem Brett liegen. Außerdem spielen beim Backgammon immer nur zwei Spieler. Diese grundlegenden Eigenschaften bestimmen den Rhythmus des Spiels: Backgammon ist ein wesentlich rasanteres Spiel als Poker. Das Pokerspiel (mit versteckten Karten und mehreren Gegnern) ist wesentlich langsamer und die Psychologie spielt dabei eine größere Rolle.


Poker und Backgammon sind also keineswegs miteinander identisch. Es wäre auch langweilig, dasselbe Spiel einfach mit anderem Zubehör zu spielen. Allerdings sind die beiden Spiele durchaus vergleichbar, da sie in einigen wichtigen Punkten übereinstimmen. Wenn Sie gerne Backgammon spielen, wird Ihnen wahrscheinlich auch Poker gefallen und Sie sind vermutlich auch in diesem Spiel gut. Und wenn Sie gerne Poker spielen, sollten Sie es aus denselben Gründen einmal mit Backgammon versuchen. Also: viel Glück!

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